Klimagerät - Klimaanlagen
Eine Klimaanlage ist eine Anlage zur Erzeugung und Aufrechterhaltung eines gleichmäßigen Raumklimas. Der Begriff Klimaanlage wird in Deutschland in dem Sinne verwendet, dass in einem Raum Temperatur, Feuchte und Luftqualität erzeugt und gehalten werden kann. Im Gegensatz dazu wird im Ausland oft unter Klimaanlage (air conditioning) lediglich eine Raumkühlung verstanden.
Klimaanlagen stellen für Mensch oder Tier ein zuträgliches Klima ein. Bei Maschinenräumen werden die notwendigen Umgebungsbedingungen für Anlagen und Maschinen gesichert.
Ein für den Menschen angenehmes Raumklima hat eine Temperatur von ca. 22 °C und ca. 50 % relative Luftfeuchtigkeit.
Funktionsweise von Klimaanlagen
Eine Klimaanlage hat die Aufgabe Raumluft zu erneuern bzw. zu reinigen und Temperatur sowie Luftfeuchte in einem Raum zu konditionieren. Die Unterscheidung der Klimaanlagen erfolgt zum einen nach der Lüftungsfunktion:
- mit Lüftungsfunktion : Außenluft
- ohne Lüftungsfunktion : reine Umluft
und zum andern nach der thermodynamischen Behandlungsfunktion:
- Heizen
- Kühlen
- Befeuchten
- Entfeuchten
Eine (Voll)Klimaanlage erfüllt neben der Lüftungsfunktion alle vier der vorstehend genannten thermodynamischen Funktionen. Erfüllt sie nur zwei oder drei thermodynamische Funktionen, so spricht man von einer Teilklimaanlage und bei einer oder keiner thermodynamischen Funktion von einer Lüftungsanlage. Die Einteilung in (Voll)Klima- und Teilklimaanlagen gilt auch bei Umluftanlagen ohne Lüftungsfunktion.
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Vor- und Nachteile einer Klimaanlage
Die Auswirkungen von Klimaanlagen auf die Produktivität bei der Arbeit ist umstritten und von vielen individuellen Faktoren beeinflusst.
Pro:
- Gesundheitlich zuträgliche Atemluft wird den Arbeitsräumen zugeführt. Dies ist gemäß der Arbeitsstätten-Richtline dann erreicht, wenn die Luftqualität mindestens der Außenluftqualität entspricht. Auch Gerüche und Schadstoffe, wie Lösungsmittel aus Baustoffen oder Teppichen, Ozon aus Laserdruckern, Stäube, Gase und Dämpfe aus Herstellungsprozessen etc. werden abgeführt. Maßstab ist die maximale Konzentration am Arbeitsplatz (MAK).
- Bei etwa 20 °C ist der Mensch zu 100 % leistungsfähig. Bei 28 °C sinkt die Leistungsfähigkeit auf 70 % und bei 33 °C auf 50 % An Büroarbeitsplätzen sollte die Temperatur 26 °C nicht übersteigen.
Contra:
- Viele Menschen empfinden das künstliche Klima als unangenehm. Eine Befragung der AOK ergab, dass sich fast 40 % durch schlechte Belüftung und Klimaanlagen beeinträchtigt fühlen.
- Schlecht gewartete Systeme können Bakterien, Schimmelpilze und Mikroorganismen verbreiten. Ein bekannter Fall führte zur Entdeckung der Legionärskrankheit. Aus diesem Grund wurden Klimaanlagen lange Zeit verdächtigt, ernsthafte gesundheitliche Beschwerden am Arbeitsplatz auszulösen.
- Zwar verbrauchen moderne, effiziente Klimaanlagen weniger Energie als ältere Geräte, aber ein verlustleistungsfreier Betrieb ist prinzipiell unmöglich. Das belastet spürbar gerade urbane Stromversorgungsnetze.
- Klimaanlagen führen in vielen Städten der heißeren Regionen schon zu spürbaren Umweltbelastungen, und zwar direkt durch die Aufheizung der Außentemperatur und indirekt über den Stromverbrauch. Dabei könnte man z.B. von der passiven Betonarchitektur der 50er und 60er Jahre in Japan, Taiwan usw. viele Alternativen lernen.
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